Lassen sich für eine Epilepsie keine hirnorganischen oder metabolischen Ursachen finden, so sprach man früher auch von genuiner Epilepsie, bei identifizierbaren Ursachen von symptomatischer Epilepsie. Für beide Erkrankungsgruppen und auch für sog. Gelegenheitsanfälle (siehe Abschnitt Epidemiologie) lässt sich eine genetische Disposition feststellen. Mit der technischen Fortentwicklung der bildgebenden Verfahren und der Labordiagnostik tritt die Diagnose einer genuinen Epilepsie zahlenmäßig zurück.

Ursachen symptomatischer Epilepsien:

  • perinatale Hirnschädigung, zumeist in Form von Sauerstoffmangel bei der Geburt
  • Fehlbildungen des Hirngewebes (zum Beispiel eine fokale kortikale Dysplasie)
  • zerebrale Gefäßmissbildungen (Hämangiome, Aneurysmen, zerebrale arteriovenöse Malformation)
  • Hirntumoren
  • Schädelhirntraumata bei Unfällen
  • Infektion des Gehirns (Enzephalitis) mit verschiedensten Erregern
    • Herpesviren
    • Meningokokken
    • Masern
    • Hepatitis C
    • FSME-Virus (Zecken-Enzephalitis)
    • Lyme-Borreliose (auch durch Zecken übertragen)
    • Autoimmunerkrankungen des Gehirns
  • Stoffwechselerkrankungen, darunter
    • Hyperparathyreoidismus mit Anstieg der Calciumkonzentration im Blut
    • Hämochromatose mit Eisenablagerungen u. a. im Gehirn
  • Eklampsie
  • vaskuläre Enzephalopathie im Rahmen einer Arteriosklerose.
 

Ursachen von Gelegenheitsanfällen:

  • Fieber (Fieberkrämpfe bei Kindern)
  • massiver Schlafentzug
  • exzessive körperliche Anstrengung
  • Flickerlicht mit Stroboskopeffekt, z. B. in Diskotheken
  • Hypoglykämie (Unterzuckerung) bei Diabetikern
  • Rauschdrogen, z. B.:
    • Alkoholvergiftung
    • (beginnender) Alkoholentzug
    • MDMA
    • Kokain
    • Amphetamin
    • Ketamin
  • Psychopharmaka, z. B.:
    • Amitryptilin