Färben mit Naturfarben im Mittelalter

Gefärbt wurde im Mittelalter mit Naturfarben, wie z.B. mit Flechten, Tieren, Pilzen und Pflanzen.

Je intensiver und gleichmäßiger eine Farbe gefärbt wurde, desto teurer war der Stoff.

Wer etwas auf sich hielt, trug möglichst gleichmäßig gefärbte Kleidung in verschiedenen Farben.

Den Färbern war es verboten Tuche zu verkaufen und unterstanden somit den Tuchhändlern. Die Tuchhändler gaben den Auftrag an die Färber zum Färben weiter. Wurde zu viel gefärbt, wurde es vernichtet und der Färber erhielt eine Strafe.

Der teuerste Farbstoff war Purpur, der aus der Purpurschnecke gewonnen wurde. Dieser Farbstoff war so teuer und extravagant, dass nur Könige und Kaiser ihn tragen durften.

Die Farben:

Rot wird entweder aus der Kermeslaus gewonnen oder aus der Krappwurzel.

Gelb gewinnt man aus den meisten Pflanzenarten, beliebt waren Färberginster, Birke, Goldrute usw..

Blau wurde durch Beeren gewonnen (leider nicht lichtecht) und aus Färberwaid, welches jedoch sehr kostspielig war.

Grün wurde auf verschiedene Arten gewonnen. Teilweise konnten Pflanzen ein leichtes Grün erbringen. Die intensiven Grüntöne wurden durch Zusatz von Eisen gewonnen oder durch eine Doppelfärbung, also Gelb und Blau nacheinander.

Schwarz war ebenfalls auf verschiedene Arten zu erlangen.

Zum einen durch mehrfaches Überfärben von Rot und Blau, zum anderen durch dunkelfärbende Pflanzen und Früchte, wie zum Beispiel Gallapfel und dazu Eisen. Auch dunkele Wolle der Rinder wurde mit dunkler Farbe gefärben, wie zum Beispiel der Walnuss.